Pflanzen in Paraguay: Maracuja (Passiflora edulis und Passiflora edulis flavicarpa)

Was man in Deutschland oftmals nur als Aroma im Saft kennt oder eventuell als Frucht im Supermarkt, wächst in Paraguay wild: die Maracuja, oft auch Passionsfrucht genannt. Die Maracuja ist eine Art aus der zu den Passionsblumengewächsen (Passifloraceae) zählenden Gattung der Passionsblumen (Passiflora). Passiflora heißt also “Passionsblume”. Edulis wird übersetzt mit “essbar”.

Wirtschaftlich die größte Bedeutung hat neben der Passiflora edulis, die Form Passiflora edulis flavicarpa. Auch die gelbliche flavicarpa ist essbar und bietet hohe Erträge.

Die Maracuja ist seit jeher in Paraguay, Brasilien und dem nördlichen Argentinien heimisch. Aufgrund ihrer wohlschmeckenden Früchte wird sie jedoch weltweit in tropischen und subtropischen Arealen kultiviert. edulis ist verträgt Kälte besser als flavicarpa und wird daher auch in höheren Lagen (1000 bis 2300 m) vermehrt angebaut. flavicarpa ist jedoch, anders als edulis, resistent gegenüber dem Befall durch den Pilz Fusarium und bodenlebende Nematoden und wird in Plantagen deshalb teilweise auch als Unterlage für edulis verwendet. Es werden aber auch Kreuzungen der beiden Formen angebaut.

Maracuja ist eine Kletterpflanze, mit bis zu 10 Meter langen trieben. Ist keine natürliche Gegebenheit vorhanden, sollte der Pflanze ein Rankgerüst gegeben werden.

Die Passiflora edulis flavicarpa (links) und die Passiflora edulis (rechts) im Vergleich | Foto unter CC BY SA 3.0 von Fibonacci

Die Passiflora edulis flavicarpa (links) und die Passiflora edulis (rechts) im Vergleich | Foto unter CC BY SA 3.0 von Fibonacci

Die dunkelgrünen, auf der Oberseite glänzenden, fein gesägten Blätter sind wechselständig, 3-lappig (bei Jungpflanzen auch ungelappt) und erreichen 5 bis 25 cm in Länge und Breite. Der Durchmesser der Blüte (mit 5 Staubblättern) liegt zwischen 6 und 8 cm. Die Blütenhülle wird von 5 Sepalen (oberseits weiß, unterseits grünlich) und 5 weißen Petalen gebildet. Der 4- bis 5-reihige, gewellte Blütenkranz ist an der Basis purpurn und geht in ein weiß über. Bei der Formflavicarpa ist das Purpur dunkler als bei der Form edulis. Im Eigenanbau besteht aber noch ein viel wichtigerer Unterschied: Die Passiflora edulis bestäubt sich selbst. Die Passiflora flavicarpa ist auf Fremdbestäubung angewiesen.

Die Frucht der Maracuja gilt als Beere. Die Schale der edulis ist bei den bis hühnereigroßen, kugeligen bis ovalen Früchten braun-violett und wird im Reifezustand runzlig. Bei der Form flavicarpa sind die ovalen bis eiförmigen Früchte deutlich größer (meist zwischen 8 und 12 cm lang) und im reifen Zustand gelb und glattschalig. Diesen Unterschied kann man auch gut auf dem obigen Foto erkennen. Im Inneren der Beere finden sich zahlreiche Samen, welche bei der edulis schwarz, bei der flavicarpa braun sind. Die Samen sind von einem saftig-geleeartigen, gelborangen Fruchtfleisch umgeben.

Samen und Fruchtfleisch einer reifen Maracuja (Passiflora edulis )

Samen und Fruchtfleisch einer reifen Maracuja (Passiflora edulis )

Verwendungsmöglichkeiten der Passionsfrucht

Die Früchte von Passiflora edulis werden roh gegessen oder zur Saftgewinnung genutzt. Die Früchte flavicarpa sind etwas weniger aromatisch als die Früchte der edulis und werden wegen ihres höheren Säuregehaltes vermehrt zur Saftherstellung genutzt.

Der Saft der Passionsfrüchte enthält neben dem vorhandenen Fruchtzucker (Saccharose, Glucose, Fructose) und den organische Säuren (vorherrschend Zitronensäure und Äpfelsäure) einen hohen Gehalt am Vitamin C. Dieser beträgt im Durchschnitt 30 bis 50 mg je 100 Milliliter. Auch ist Niacin und Riboflavin in nennenswerter Menge vorhanden. Unter den vorhandenen Carotinoiden dominiert das beta-Carotin. Für den aromatischen Geschmack ist insbesondere eine Reihe flüchtiger Ester verantwortlich (u.a. Ethylacetat, Ethylbutanoat, Hexylbutanoat, Hexylhexanoat oder Ethylhexanoat).

Aus den Samen der Passiflora edulis lässt sich ein Öl herstellen, das unter anderem in kosmetischen Produkten (Sonnenschutz, Massageöle) Anwendung findet. Hauptsächliche Inhaltsstoffe dieses Öls sind Linolsäure, Ölsäure und Palmitinsäure.

Neben anderen Passifloraceen werden in Südamerika auch die Blätter der Passiflora edulis als harntreibendes Mittel, bei Entzündungen oder Beruhigungsmittel bei Asthma verwendet. Die in Passionsblumen-Präparaten zu Beruhigungszwecken oder als schlafförderndes Mittel enthaltene Flavonoide wurden auch in Blättern von Passiflora edulis nachgewiesen. Die meisten der erhältlichen Präparate basieren jedoch auf der Passiflora incarnata.

Arche Noah – Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung

Die Arche Noah setzt sich als gemeinnütziger Verein seit dem Jahre 1990 für den Erhalt, die Verbreitung und die Entwicklung vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzensorten ein und bietet unter anderem den Verkauf von alten Pflanzenarten.

Die Website der Arche findet sich unter www.arche-noah.at. Den Onlineshop, in welchem man unter anderem alte Sorten kaufen kann, findet man unter shop.arche-noah.at. In diesem Onlineshop findet man jedoch nur einen Bruchteil der verfügbaren Arten. Tausende weitere Arten sind erst im Sortenhandbuch der Arche ersichtlich. Dieses Sortenhandbuch erhält man entweder, sofern man Mitglied im Verein ist oder durch eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro.

Die Arche Noah bietet neben der Versand von alten Pflanzenarten auch noch eine Menge Wissen, Seminare oder Bücher – im Rahmen dieses Artikels kann gar nicht auf alle Aspekte und Tätigkeiten der Arche eingegangen werden. Ein Studium der Website kann gewiss lohnen.

Auf was ich aber in jedem Fall noch eingehen möchte, das ist der Schaugarten und die regelmäßigen Veranstaltungen der Arche Noah. Auch die Artikel und Studien, in welchen die Arche Wissen vermittelt, sollten erwähnt werden. Diese können kostenlos online gelesen und auch heruntergeladen werden. Erwähnenswert ebenfalls die Obstservice-Online-Beratung. Man erkennt also leicht die Vielfalt der Arche Noah und auch, das ein Besuch der Website gewiss viele nützliche Dinge zu Tage fördert.

Es gibt auch mehrere Videos über und von der Arche Noah. Wenn ihr an der Arche noah in Schiltern interessiert seit, kann ich auch den Youtube-Kanal der Arche Noah empfehlen.

Beifuß gegen Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge

Beifuß gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten

Im zweiten Teil der Artikelserie “Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten“, behandele ich den Beifuß. Wie man Beifuß nun richtig schreibt, ob mit “ss” oder “ß”? Keine Ahnung! Ich bleibe bei der althergebrachten Methode.

Sicher ist jedoch, das man ihn auch unter dem Namen “Gewöhnliche Beifuß”, “Gemeine(n) Beifuß” oder auch “Gewürzbeifuß” nennt. Im Lateinischen wäre es Artemisia vulgaris. Noch weitere Namen, wie man Beifuß nennt? Sicher! Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut oder Wisch. Super.

Nun zum Inhalt

Beifuß ist eine Pflanzenart aus der Gattung Artemisia, innerhalb der Familie der Korbblütler Asteraceae, welche früher mit Compositae benannt war. Vom Beifuß gibt es wieder zwei verschiedene Formen. Erstens die europäische (Artemisia vulgaris var. vulgaris) und zweitens die asiatische Varietät (Artemisia vulgaris var. indica). Sie unterscheiden sich geringfügig in der Zusammensetzung des ätherischen Öls, innerhalb des Beifuß. Weder habe ich praktische Erfahrungen oder recherchieren können, welche Varietät in Bezug auf die Schädlingsbekämpfung wirksamer ist. Aber kommen wir endlich zu dem, warum der Artikel existiert:

Beifuß gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten

Ein Kohlweißling

Ein Kohlweissling

Neben dem Einsatz des Beifuß als Würzkraut oder zu medizinischen Zwecken, hat er noch weitere tolle Eigenschaften: er bekämpft “Schädlinge”. Ebenso, wie der Basilikum gegen Kohlweißlinge hilft, tut es auch der Beifuß. Weiter hilft er auch gegen Erdflöhe und diverse Läuse. Da er sich gut mit Kohlgewächsen und Buschbohnen verträgt, wird er in diesem Bereich auch gerne eingesetzt, um jene Pflanzen von Läusen und anderem Getier zu bewahren bzw. zu befreien.

Es wird auch berichtet, abgesehen von der direkten Pflanznachbarschaft, könne Beifuß auch einfach am Beetrand und/oder den Ecken des Beets gepflanzt werden. Dies solle schon ausreichen, damit der Duft der ätherischen Öle stark genug ist, um die eben genannten Insekten fern zu halten. Das kann ich jedoch weder bestätigen, noch verneinen, denn dies habe ich so noch nicht ausprobiert.

Ich hoffe, ich konnte wieder etwas helfen und freue mich auf morgen, wenn der neue Artikel in der Serie “Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten” erscheint. Bis dahin!

Basilikum gegen Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge

Im ersten Artikel der Artikelserie “Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten” geht es um den Basilikum. Manche Pflanze wirkt ein, zwei “Schädlingen” entgegen. Basilikum wirkt gleich gegen ein halbes Dutzend an “Schädlingen” und Krankheiten.

Basilikum der Tausendsassa

Das Basilikum Fliegen und Mücken vertreibt, das ist den Meisten noch bekannt. Das Basilikum aber auch Kohlweißlinge (Pieris brassicae und Pieris rapae) und die Weiße Fliege, auch Mottenschildläuse (Aleyrodoidea) genannt, fernhält, das ist schon weniger bekannt. Auch schützt Basilikum Tomaten vor dem Befall des Tomatenholzwurm. Des weiteren ist Basilikum gut geeignet, um den Befall von Mehltau, besonders bei Tomaten, zu verzögern oder gar zu verhindern.

Noch ein Wort zum Basilikum und der Weißen Fliege

Weiße Fliege (Aproletella): Sehr gut erkennt man alle 3 Stadien des Insekts. Eier, Larven und das ausgewachsene Insekt | Foto unter CC BY 3.0 von Morini33

Weiße Fliege (Aproletella): Sehr gut erkennt man alle 3 Stadien des Insekts. Eier, Larven und das ausgewachsene Insekt | Foto unter CC BY 3.0 von Morini33

Nun, das “fernhalten” der Weißen Fliege sollte allerdings noch einmal erörtert werden. Es ist nicht unbedingt so, das Weiße Fliegen Basilikum verabscheuen würden. Eventuell auch im Gegenteil. Daher eignet sich der Basilikum im “Bereich Weiße Fliege” eher dazu, die Weiße Fliege von anderen Pflanzen fernzuhalten. Vom Basilikum hält sich die Weiße Fliege jedoch nicht unbedingt fern. Basilikum dient in diesem Fall oft als Alternative nach dem Prinzip: “Hier, ich gebe Dir dieses, dafür futterst Du mir aber nicht jenes.”

Basilikum als Tee

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist es, aus Basilikum einen Tee herzustellen. Damit habe ich noch keine Erfahrung – in einem PDF der Stadt Berlin fand ich jedoch folgendes Rezept bzw. folgende Angaben:

2 Teelöffel auf einen viertel Liter Wasser, unverdünnt spritzen oder gießen gegen Läuse, Spinnmilben und Weiße Fliege bei Zimmerpflanzen.

Basilikum in einer Mischkultur

Wenn wir nun die Eigenschaft der Schädlingsvertreibung betrachten, gepaart mit den Aspekten der Pflanzenverträglichkeit in einer Mischkultur, dann werden einzelne Verwendungszwecke absolut klar und scheinen angebracht.

In der Mischkultur verträgt sich Basilikum sehr gut mit Gurken, Tomaten und auch Kohlgewächsen. Wir erkennen also leicht, das Basilikum gepaart mit Gurken und Tomaten helfen können, den bei Gurken und Tomaten so beliebten Mehltau zu verzögern, wenn nicht gar zu verhindern. Die Kombination Basilikum und Kohl ist ebenso angenehm. Pflanztechnisch passen sie sehr gut zusammen und der Kohlweißling (wer hätte das gedacht *Ironie*) bzw. dessen Larven und Raupen, sollte das Weite suchen.

Basilium und Schnecken

Ich habe das Feedback erhalten, Basilikum könne Schnecken anziehen. Also Gegenlösung würde ich empfehlen, die Gemüsebeete mit Mulch bzw. getrocknetem Gras zu versehen. Das hält dann auch die Schnecken fern. Sollte zumindest. Auch hier wieder ein “aber”: In Dialogen mit befreundeten Gärtnern hat sich herausgestellt, dass das nicht immer der Fall ist. Warum Mulch beim Einen wirkt und beim Anderen völlig nutzlos scheint, finde ich sehr interessant. Darüber recherchiere ich gerade.Sollte ich genug qualifizierte Aussagen finden, gibt es darüber einen Artikel. Gespannt sein!

Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten

Dies ist der erste Beitrag in der nun startenden Reihe “Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge”. Nach und nach werden wir Kräuter und andere Pflanzen vorstellen, mit welchen sich Pflanzenschädlinge vertreiben oder minimieren lassen. Im Idealfall nutzt man die Pflanzen aber vorbeugend, denn der beste Befall ist jener, der erst garnicht auftritt. In jedem Fall gilt:

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Eine gesunde, vitale Pflanze ist weit weniger gefährdet, von Krankheiten, Pilzen, Viren oder tierischen Schädlingen massiv befallen zu werden, als eine Pflanze, welche nur so dahinsiecht. Genau die schwachen Pflanzen sind es oft, welche dem ersten Auftreten eines Befalls “Nahrung” geben. Ist durch diese Nahrung sie Kolonie der Schädlinge erst einmal angewachsen, so ist es durch die nun größere Anzahl an “Schädlingen” auch für gesunde Pflanzen schwieriger, Stärke zu bewahren.

Wer es richtig macht, bei dem kommt erst gar kein Befall auf, weil man den Garten bzw. dessen Pflanzungen von vornherein richtig angelegt hat. Sofern eine sinnvolle Bepflanzung einen Schädlingsbefall nicht stoppen oder zumindest auf ein hinnehmbares Maß eindämmen kann, gibt es jedoch noch weitere Methoden – ob das ausbringen und/oder ansiedeln natürlicher Fressfeinde oder auch die Ausbringung von Jauchen, Auszügen oder sonstigen Ansätzen.

Wenn es doch einmal zu einem Befall gekommen ist…

Sollte es doch einmal so weit gekommen sein, das ein “Schädling” in überdurchschnittlich hoher Zahl auftritt, sollte so schnell wie möglich gehandelt werden, denn es gilt die Regel: um so früher die Gegenmaßnahme startet, umso erfolgreicher kann sie sein. Eine Ausbringung von, als Beispiel Marienkäfern, kann einen gewissen Befall mit Blattläusen Einhalt gebieten. Wer aber erst darauf wartet, das die Pflanze vor lauter Blattläusen nicht mehr zu erkennen ist, dem kann auch der tüchtigste Marienkäfer nicht mehr helfen.

Wie dem auch sei, in dieser Artikelserie geht es erst einmal um Kräuter und andere Pflanzen, um “Schädlinge” möglichst fernzuhalten. Sodann, auf eine chemiefreie, biologisch sinnvolle und zugleich nahrhafte “Schädlingsbekämpfung”!

… Schlagwort “Nahrhaft”

Den genau das ist ein herrlicher Faktor! Die Schädlingsbekämpfung mit Kräutern und anderen Pflanzen hat einen sehr positiven Nebeneffekt: die Pflanzungen minimieren nicht nur die “Schädlinge”, sondern bereichern zugleich den Speiseplan. Wer zudem etwas weiter recherchiert, findet zudem die Möglichkeiten die zusätzlichen Pflanzungen auch zu medizinischen Zwecken zu nutzen.

Fassen wir also einmal zusammen:

Unsere Pflanzen und Kräuter helfen uns nicht nur im “Kampf” gegen “Schädlinge”. Sie bereichern die ökologische Vielfalt unseres Garten und zugleich unseren Speiseplan. Medizinische Verwendungszwecke kommen hinzu. Wobei wir die medizinischen Eigenschaften nicht nur im Falle einer Krankheit in Betracht ziehen sollten, sondern schon vorher, wenn es um den Erhalt der Gesundheit geht.

Der Leser darf also gespannt sein, auf viele wissenswerte Inhalte, viele Aha-Effekte und einen gesunden, prächtigen Garten.

Pflanzen in Pflanzenkläranlagen. Teil 1: Binsen

Nun sind schon manche Artikel zu Pflanzenkläranlagen von mir geschrieben worden. Was noch nicht ausreichend beleuchtet wurde: welche Pflanzen kann man in einer Pflanzenkläranlage verwenden? Welche Pflanzen haben welche Funktion? Wie werden sie am besten kombiniert? Dieser aktuelle Beitrag erörtert die Binse und deren Funktionen.

Binsen

Flatterbinse (Juncus effusus) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Christian Fischer.

Flatterbinse (Juncus effusus) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Christian Fischer.

Binsen (oder in englisch: bulrushes) gehören wie Schilf zu der Familie der Feuchtlandpflanzen und werden seit Mitte des 20 Jh. für die Abwasserreinigung eingesetzt und waren anfänglich die erste Wahl, wenn es um Pflanzen für eine Pflanzenkläranlage ging. Mittlerweile wird vermehrt Schilfeingesetzt,jedoch finden auch die Binsen noch ihre Berechtigung. Binsen sind durch vier besondere Eigenschaften geeignet:

  • Binsen besitzen in ihren Halmen ein Luftleitgewebe. Ihre unterirdischen und auch im Wasser eingetauchte Organe werden somit, im Gegensatz zu anderen Pflanzen, verstärkt mit Sauerstoff versorgt. Somit kann sich dort ein umfangreiches aerobes Bakterienmilieu entwickeln.
  • Binsen können sich sowohl über Samen, als auch über ein umfangreiches unterirdisches Leitgewebe vermehren. Somit können Binsene auch im Winter unterirdisch weiterwachsen und über die Rhizome große Mengen von Nährstoffen speichern, was für den Betreib einer Pflanzenkläranlage im kalten Winter bedeutsam ist.
  • Binsen vertragen längerfristige Trockenheit und sind im Gegensatz zu Schilf gegen Insektenfraß unempfindlicher, Warum? Binsen lagern vermehrt Quarz in ihren Blättern ein.
  • Alle Binsenarten können hartnäckige gefährliche Schadstoffe wie zum Beispiel Erdölabbauprodukte abbauen und Schwermetalle in ihrem Gewebe speichern. Hier und da wird behauptet, Pflanzenkläranlagen seinen machtlos, gegenüber Schwermetallen. Diese Menschen wissen scheinbar nicht, das Binsen die Lösung wären.
Blütenstand einer Blaubinse (Juncus inflexus) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Pethan Houten.

Blütenstand einer Blaubinse (Juncus inflexus) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Pethan Houten.

Als besonders geeignet für Klärzwecke haben sich folgende drei Binsenarten erwiesen:

  • Blaubinse (auch Blaugrüne Binse oder Graugrüne Binse genannt, Juncus inflexus) ist ein horstartiges Gras von bis zu 0,8 m Höhe und bevorzugt kalkhaltige Böden.
  • Auch die Flatterbinse (Juncus effusus) ist hostartiges Dauergras von bis zu 0,8 m Höhe, aber im Gegensatz zur Blaubinse dunkelgrün. Flatterbinse bevorzugt jedoch eher saures Bodenmilieu.
  • Teichbinse (auch Seebinse oder Flechtbinse genannt,Schoenoplectus lacustris) wächst an Teichrändern sowie in Ufernähe und wir bis zu 1,5m hoch. Sie gilt als sehr effektiv bei der Umwandlung von Abwasserinhaltsstoffen und ist somit für den Einsatz in Pflanzenkläranlagen sehr gut geeignet.

Binsen haben aber auch einen Nachteil. Im Vergleich zu Schilf hat Binsen eine geringere Nährstoffaufnahmefähigkeit gegenüber Düngerrückständen. Dieses Manko kann jedoch durch eine höhere Pflanzendichte, oder durch die Kombination verschiedener Pflanzenarten, kompensiert werden.

Teichbinse (Schoenoplectus lacustris) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Bernd Haynold.

Teichbinse (Schoenoplectus lacustris) | Foto unter CC BY SA 3.0 von Bernd Haynold.

Neben Schilf gehören Binsen zu den gängigsten Pflanzen im Einsatz für Pflanzenkläranlagen.

Pflanzen und Stecklinge bewurzeln lassen. Was ist drin, im Weidenwasser?

Weidenwasser ist ein sehr effektives Bewurzelungsmittel. Damit kann die Bewurzelung vieler Stecklinge erheblich beschleunigt werden. Sogar Pflanzenarten, welche Probleme mit einer Neubewurzelung haben, können mit Weidenwasser den richtigen Impuls bekommen. Und das Beste daran: Weidenwasser kann einfach und ohne großen zeitlichen oder finanziellen Aufwand selber hergestellen.

Welche Inhaltsstoffe sind im Weidenwasser?

Im Video sprach ich, um es einfach zu halten, von Hormonen bzw. Wachstumshormonen. Die Wahrheit ist aber wesentlich vielfältiger. Folgend will ich eine Auflistung präsentieren, mit den mir bekannten, enthaltenen Stoffen und deren jeweiligen Auswirkungen

Auxine

Als wichtigster Bestandteil gelten die Auxine. Auxin ist eine Gruppe von Wachstumshormonen und dessen Konzentration in den Astspitzen der Weiden am höchsten. Auxin lässt besonders das Wurzelgeflecht schnell wachsen, insbesondere die so wichtigen Haarwurzeln. Aber Achtung (zumindest theoretisch): Auxine bewirken bei Überdosierung auch eine Stauchung des Wachstumes bzw. bewirken dann eine höhere und zeitigere “Blühreife” der Pflanze. Wer tiefer in die Welt der Auxine eintauchen mag, dem sei als Start der Artikel von wissenschaft-online.de empfohlen.

Indolbuttersäure

Indolbuttersäure ist ein weiterer Wirkstoff in Weiden bzw. Weidenwasser. Indolbuttersäure ist ein Pflanzenhormon, welches das Wurzelwachstum stimuliert. Es ist in hohen Konzentrationen in den wachsenden Spitzen der Weidenzweige. Durch die Verwendung der aktiv wachsenden Teile eines Weidenzweiges, können erhebliche Mengen der Indolbuttersäure ins Wasser transferiert werden.

Salicylsäure

Weidenwasser enthält auch Salicylsäure. Salicylsäure ist der Acetylsalicylsäure (der Wirkstoff in Aspirin) sehr ähnlich und wirkt ebenso gefäßerweiternd. Diese Gefäßerweiterung kommt der Pflanze gewiss zugute. Salicylsaeure wirkt antibakteriell. Diese Eigenschaft nutzt, um das Wegfaulen oder Infektionen eines Stecklings zu verhindern. Salicylsäure hilft Pflanzen Infektionen abzuwehren und gibt Stecklinge eine bessere Überlebenschance. Pflanzen, wenn sie von Infektionserregern angegriffen werden, produzieren Salicylsäure oft nicht schnell genug, um sich zu verteidigen. Daher ist die Bereitstellung der Säure im Wasser besonders hilfreich. Ein Tipp, der sich auch anderweitig sehr hilfreich verwenden lässt.

So, das sind mir alle bekannten Inhaltsstoffe des Weidenwassers. Sofern ich weitere entdecken sollte, ergänze ich den Artikel natürlich. Oder weißt Du noch vorhandene Inhaltsstoffe? Ein Kommentar würde mich sehr erfreuen!

Vorteile der Mischkultur im biologischen Land- und Gartenbau

Biologischer Land- bzw. Gartenbau unterscheidet sich in vielen Dingen vom konvenzionellen Land- und Gartenbau. Besonder sticht wohl die Anlage von Mischkulturen hervor. Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Hier werden ausschließlich Mischkulturen gepflanzt. Welche Vorteile das hat und wie diese zustande kommen, das zeigt dieser Artikel.

Um die Lesbarkeit des Artikels zu erhöhen, reden wir folgend vom “Gartenbau”, statt getrennt von “Landwirtschaft und Gartenbau”, da sicherlich die meisten Leser eher einen Garten bewirtschaften und keine großen Ländereien. Auch muss man bedenken, das viele Tätigkeiten und Aspekte, welche im Gartenbau anwendbar sind, im großen Maßstab des Landbau eher schwierig bis unmöglich umzusetzen sind. Wo dies gelingen kann, sollte es jedoch getan werden.

Pflanzen – eine sinnvolle Nutz- und Lebensgemeinschaft

Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Das heißt, hier stehen keine einzelnen Pflanzen auf größeren Bereichen allein, sondern, zumindest immer gepaart mit anderen Pflanzenarten, welche sich dann förderlich unterstützen können. Diese Unterstützung kann auf verschiedene Arten geschehen.

Es ist zum Beispiel denkbar und üblich, das die Ausscheidungen der Wurzeln sich ergänzen. Das bedeutet: jene Stoffe, welche Pflanze A über Ihre Wurzeln abgibt, kann Pflanze B wieder sinnvoll nutzen. Dieses gegenseitige Nutzen findet jedoch nicht nur über das Wurzelwerk und das Bodenreich statt. Auch können die Ausgasungen, welche das Blattwerk von Pflanze A abgibt, Pflanze B vor Schädlingsbefall schützen.

Eine weitere Symbiose ensteht, wenn Pflanze A jene Nützlinge anzieht, welche die Schädlinge von Pflanze B beseitiggen. Man erkennt also: die Beziehungen der Pflanzen untereinander können sehr vielfältig sein. Wer diese Effekte in Gartenbau und Landwirtschaft anzuwenden weiß, wird stets gesündere Pflanzen haben, einen höheren Ertrag und sich zugleich viel Arbeit sparen können.

Weiterer Vorteil sind erhöhte Fruchtfolgen

Der biologische Gartenbau zeichnet sich durch besonders hohe Fruchtfolgen aus – konkret bis zur sieben- oder achtfachen. Durch die gemischte Bepflanzung ist es nicht üblich, das durch einseitige Ausscheidungen oder Aufnahmen des Wurzelwerks der Boden gekränkt oder geschwächt wird – sofern eine sinnvolle Mischbepflanzung vollzogen wird. Als Beispiel: sofern auf einer Fläche nur Mais oder Weizen angebaut wird, müssen die Ausscheidungen des Weizen oder Mais in ungeheuren Mengen vom Bodenleben (also von Bakterien, Enzymen, …) aufgearbeitet werden. Dies ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich. Als Resultat für diesen unausgewogenen Bodenhaushalt, sterben Bodenkulturen, was den Boden also erstens nicht nur einseitig ausgelaugt hat, sondern nun auch weiter verschlechtert. Dies betitelt man als “Bodenmüdigkeit”.

Dieses Phänomen betrifft jedoch nicht nur Mais oder Weizen. Fast jede Pflanze ist davon betroffen. Erfahrene Gärtner wissen: Hat ein Obstbaum 20 oder 30 Jahre gestanden und wird gefällt, so kann an dieser Stelle nicht umgehend ein neuer Obstbaum gepflanzt werden. Ebenso ist dies bei Rosen leicht zu beobachten.

Diese einseitige Überschwemmung bzw. Ermangelung eines oder mehrerer Nährstoffe verhindert man durch die Mischkultur.

Beispiele für sinnvolle Mischkulturen

Nachfolgend werden wir regelmäßig neue Beiträge unter der Kategorie “Biologischer Gartenbau” veröffentlichen, um konkrete Pflanzen und deren Rolle in einer Mischkultur aufzuzeigen. Ein gelegentlicher Besuch unserer Website und/oder ein abonnieren des RSS-Feed lohnen also gewiss.