Pflanzen in Paraguay: Maracuja (Passiflora edulis und Passiflora edulis flavicarpa)

Was man in Deutschland oftmals nur als Aroma im Saft kennt oder eventuell als Frucht im Supermarkt, wächst in Paraguay wild: die Maracuja, oft auch Passionsfrucht genannt. Die Maracuja ist eine Art aus der zu den Passionsblumengewächsen (Passifloraceae) zählenden Gattung der Passionsblumen (Passiflora). Passiflora heißt also “Passionsblume”. Edulis wird übersetzt mit “essbar”.

Wirtschaftlich die größte Bedeutung hat neben der Passiflora edulis, die Form Passiflora edulis flavicarpa. Auch die gelbliche flavicarpa ist essbar und bietet hohe Erträge.

Die Maracuja ist seit jeher in Paraguay, Brasilien und dem nördlichen Argentinien heimisch. Aufgrund ihrer wohlschmeckenden Früchte wird sie jedoch weltweit in tropischen und subtropischen Arealen kultiviert. edulis ist verträgt Kälte besser als flavicarpa und wird daher auch in höheren Lagen (1000 bis 2300 m) vermehrt angebaut. flavicarpa ist jedoch, anders als edulis, resistent gegenüber dem Befall durch den Pilz Fusarium und bodenlebende Nematoden und wird in Plantagen deshalb teilweise auch als Unterlage für edulis verwendet. Es werden aber auch Kreuzungen der beiden Formen angebaut.

Maracuja ist eine Kletterpflanze, mit bis zu 10 Meter langen trieben. Ist keine natürliche Gegebenheit vorhanden, sollte der Pflanze ein Rankgerüst gegeben werden.

Die Passiflora edulis flavicarpa (links) und die Passiflora edulis (rechts) im Vergleich | Foto unter CC BY SA 3.0 von Fibonacci

Die Passiflora edulis flavicarpa (links) und die Passiflora edulis (rechts) im Vergleich | Foto unter CC BY SA 3.0 von Fibonacci

Die dunkelgrünen, auf der Oberseite glänzenden, fein gesägten Blätter sind wechselständig, 3-lappig (bei Jungpflanzen auch ungelappt) und erreichen 5 bis 25 cm in Länge und Breite. Der Durchmesser der Blüte (mit 5 Staubblättern) liegt zwischen 6 und 8 cm. Die Blütenhülle wird von 5 Sepalen (oberseits weiß, unterseits grünlich) und 5 weißen Petalen gebildet. Der 4- bis 5-reihige, gewellte Blütenkranz ist an der Basis purpurn und geht in ein weiß über. Bei der Formflavicarpa ist das Purpur dunkler als bei der Form edulis. Im Eigenanbau besteht aber noch ein viel wichtigerer Unterschied: Die Passiflora edulis bestäubt sich selbst. Die Passiflora flavicarpa ist auf Fremdbestäubung angewiesen.

Die Frucht der Maracuja gilt als Beere. Die Schale der edulis ist bei den bis hühnereigroßen, kugeligen bis ovalen Früchten braun-violett und wird im Reifezustand runzlig. Bei der Form flavicarpa sind die ovalen bis eiförmigen Früchte deutlich größer (meist zwischen 8 und 12 cm lang) und im reifen Zustand gelb und glattschalig. Diesen Unterschied kann man auch gut auf dem obigen Foto erkennen. Im Inneren der Beere finden sich zahlreiche Samen, welche bei der edulis schwarz, bei der flavicarpa braun sind. Die Samen sind von einem saftig-geleeartigen, gelborangen Fruchtfleisch umgeben.

Samen und Fruchtfleisch einer reifen Maracuja (Passiflora edulis )

Samen und Fruchtfleisch einer reifen Maracuja (Passiflora edulis )

Verwendungsmöglichkeiten der Passionsfrucht

Die Früchte von Passiflora edulis werden roh gegessen oder zur Saftgewinnung genutzt. Die Früchte flavicarpa sind etwas weniger aromatisch als die Früchte der edulis und werden wegen ihres höheren Säuregehaltes vermehrt zur Saftherstellung genutzt.

Der Saft der Passionsfrüchte enthält neben dem vorhandenen Fruchtzucker (Saccharose, Glucose, Fructose) und den organische Säuren (vorherrschend Zitronensäure und Äpfelsäure) einen hohen Gehalt am Vitamin C. Dieser beträgt im Durchschnitt 30 bis 50 mg je 100 Milliliter. Auch ist Niacin und Riboflavin in nennenswerter Menge vorhanden. Unter den vorhandenen Carotinoiden dominiert das beta-Carotin. Für den aromatischen Geschmack ist insbesondere eine Reihe flüchtiger Ester verantwortlich (u.a. Ethylacetat, Ethylbutanoat, Hexylbutanoat, Hexylhexanoat oder Ethylhexanoat).

Aus den Samen der Passiflora edulis lässt sich ein Öl herstellen, das unter anderem in kosmetischen Produkten (Sonnenschutz, Massageöle) Anwendung findet. Hauptsächliche Inhaltsstoffe dieses Öls sind Linolsäure, Ölsäure und Palmitinsäure.

Neben anderen Passifloraceen werden in Südamerika auch die Blätter der Passiflora edulis als harntreibendes Mittel, bei Entzündungen oder Beruhigungsmittel bei Asthma verwendet. Die in Passionsblumen-Präparaten zu Beruhigungszwecken oder als schlafförderndes Mittel enthaltene Flavonoide wurden auch in Blättern von Passiflora edulis nachgewiesen. Die meisten der erhältlichen Präparate basieren jedoch auf der Passiflora incarnata.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.