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Basilikum gegen Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge

Im ersten Artikel der Artikelserie “Pflanzen gegen Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten” geht es um den Basilikum. Manche Pflanze wirkt ein, zwei “Schädlingen” entgegen. Basilikum wirkt gleich gegen ein halbes Dutzend an “Schädlingen” und Krankheiten.

Basilikum der Tausendsassa

Das Basilikum Fliegen und Mücken vertreibt, das ist den Meisten noch bekannt. Das Basilikum aber auch Kohlweißlinge (Pieris brassicae und Pieris rapae) und die Weiße Fliege, auch Mottenschildläuse (Aleyrodoidea) genannt, fernhält, das ist schon weniger bekannt. Auch schützt Basilikum Tomaten vor dem Befall des Tomatenholzwurm. Des weiteren ist Basilikum gut geeignet, um den Befall von Mehltau, besonders bei Tomaten, zu verzögern oder gar zu verhindern.

Noch ein Wort zum Basilikum und der Weißen Fliege

Weiße Fliege (Aproletella): Sehr gut erkennt man alle 3 Stadien des Insekts. Eier, Larven und das ausgewachsene Insekt | Foto unter CC BY 3.0 von Morini33

Weiße Fliege (Aproletella): Sehr gut erkennt man alle 3 Stadien des Insekts. Eier, Larven und das ausgewachsene Insekt | Foto unter CC BY 3.0 von Morini33

Nun, das “fernhalten” der Weißen Fliege sollte allerdings noch einmal erörtert werden. Es ist nicht unbedingt so, das Weiße Fliegen Basilikum verabscheuen würden. Eventuell auch im Gegenteil. Daher eignet sich der Basilikum im “Bereich Weiße Fliege” eher dazu, die Weiße Fliege von anderen Pflanzen fernzuhalten. Vom Basilikum hält sich die Weiße Fliege jedoch nicht unbedingt fern. Basilikum dient in diesem Fall oft als Alternative nach dem Prinzip: “Hier, ich gebe Dir dieses, dafür futterst Du mir aber nicht jenes.”

Basilikum als Tee

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist es, aus Basilikum einen Tee herzustellen. Damit habe ich noch keine Erfahrung – in einem PDF der Stadt Berlin fand ich jedoch folgendes Rezept bzw. folgende Angaben:

2 Teelöffel auf einen viertel Liter Wasser, unverdünnt spritzen oder gießen gegen Läuse, Spinnmilben und Weiße Fliege bei Zimmerpflanzen.

Basilikum in einer Mischkultur

Wenn wir nun die Eigenschaft der Schädlingsvertreibung betrachten, gepaart mit den Aspekten der Pflanzenverträglichkeit in einer Mischkultur, dann werden einzelne Verwendungszwecke absolut klar und scheinen angebracht.

In der Mischkultur verträgt sich Basilikum sehr gut mit Gurken, Tomaten und auch Kohlgewächsen. Wir erkennen also leicht, das Basilikum gepaart mit Gurken und Tomaten helfen können, den bei Gurken und Tomaten so beliebten Mehltau zu verzögern, wenn nicht gar zu verhindern. Die Kombination Basilikum und Kohl ist ebenso angenehm. Pflanztechnisch passen sie sehr gut zusammen und der Kohlweißling (wer hätte das gedacht *Ironie*) bzw. dessen Larven und Raupen, sollte das Weite suchen.

Basilium und Schnecken

Ich habe das Feedback erhalten, Basilikum könne Schnecken anziehen. Also Gegenlösung würde ich empfehlen, die Gemüsebeete mit Mulch bzw. getrocknetem Gras zu versehen. Das hält dann auch die Schnecken fern. Sollte zumindest. Auch hier wieder ein “aber”: In Dialogen mit befreundeten Gärtnern hat sich herausgestellt, dass das nicht immer der Fall ist. Warum Mulch beim Einen wirkt und beim Anderen völlig nutzlos scheint, finde ich sehr interessant. Darüber recherchiere ich gerade.Sollte ich genug qualifizierte Aussagen finden, gibt es darüber einen Artikel. Gespannt sein!

Vorteile der Mischkultur im biologischen Land- und Gartenbau

Biologischer Land- bzw. Gartenbau unterscheidet sich in vielen Dingen vom konvenzionellen Land- und Gartenbau. Besonder sticht wohl die Anlage von Mischkulturen hervor. Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Hier werden ausschließlich Mischkulturen gepflanzt. Welche Vorteile das hat und wie diese zustande kommen, das zeigt dieser Artikel.

Um die Lesbarkeit des Artikels zu erhöhen, reden wir folgend vom “Gartenbau”, statt getrennt von “Landwirtschaft und Gartenbau”, da sicherlich die meisten Leser eher einen Garten bewirtschaften und keine großen Ländereien. Auch muss man bedenken, das viele Tätigkeiten und Aspekte, welche im Gartenbau anwendbar sind, im großen Maßstab des Landbau eher schwierig bis unmöglich umzusetzen sind. Wo dies gelingen kann, sollte es jedoch getan werden.

Pflanzen – eine sinnvolle Nutz- und Lebensgemeinschaft

Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Das heißt, hier stehen keine einzelnen Pflanzen auf größeren Bereichen allein, sondern, zumindest immer gepaart mit anderen Pflanzenarten, welche sich dann förderlich unterstützen können. Diese Unterstützung kann auf verschiedene Arten geschehen.

Es ist zum Beispiel denkbar und üblich, das die Ausscheidungen der Wurzeln sich ergänzen. Das bedeutet: jene Stoffe, welche Pflanze A über Ihre Wurzeln abgibt, kann Pflanze B wieder sinnvoll nutzen. Dieses gegenseitige Nutzen findet jedoch nicht nur über das Wurzelwerk und das Bodenreich statt. Auch können die Ausgasungen, welche das Blattwerk von Pflanze A abgibt, Pflanze B vor Schädlingsbefall schützen.

Eine weitere Symbiose ensteht, wenn Pflanze A jene Nützlinge anzieht, welche die Schädlinge von Pflanze B beseitiggen. Man erkennt also: die Beziehungen der Pflanzen untereinander können sehr vielfältig sein. Wer diese Effekte in Gartenbau und Landwirtschaft anzuwenden weiß, wird stets gesündere Pflanzen haben, einen höheren Ertrag und sich zugleich viel Arbeit sparen können.

Weiterer Vorteil sind erhöhte Fruchtfolgen

Der biologische Gartenbau zeichnet sich durch besonders hohe Fruchtfolgen aus – konkret bis zur sieben- oder achtfachen. Durch die gemischte Bepflanzung ist es nicht üblich, das durch einseitige Ausscheidungen oder Aufnahmen des Wurzelwerks der Boden gekränkt oder geschwächt wird – sofern eine sinnvolle Mischbepflanzung vollzogen wird. Als Beispiel: sofern auf einer Fläche nur Mais oder Weizen angebaut wird, müssen die Ausscheidungen des Weizen oder Mais in ungeheuren Mengen vom Bodenleben (also von Bakterien, Enzymen, …) aufgearbeitet werden. Dies ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich. Als Resultat für diesen unausgewogenen Bodenhaushalt, sterben Bodenkulturen, was den Boden also erstens nicht nur einseitig ausgelaugt hat, sondern nun auch weiter verschlechtert. Dies betitelt man als “Bodenmüdigkeit”.

Dieses Phänomen betrifft jedoch nicht nur Mais oder Weizen. Fast jede Pflanze ist davon betroffen. Erfahrene Gärtner wissen: Hat ein Obstbaum 20 oder 30 Jahre gestanden und wird gefällt, so kann an dieser Stelle nicht umgehend ein neuer Obstbaum gepflanzt werden. Ebenso ist dies bei Rosen leicht zu beobachten.

Diese einseitige Überschwemmung bzw. Ermangelung eines oder mehrerer Nährstoffe verhindert man durch die Mischkultur.

Beispiele für sinnvolle Mischkulturen

Nachfolgend werden wir regelmäßig neue Beiträge unter der Kategorie “Biologischer Gartenbau” veröffentlichen, um konkrete Pflanzen und deren Rolle in einer Mischkultur aufzuzeigen. Ein gelegentlicher Besuch unserer Website und/oder ein abonnieren des RSS-Feed lohnen also gewiss.