Vorteile der Mischkultur im biologischen Land- und Gartenbau

Biologischer Land- bzw. Gartenbau unterscheidet sich in vielen Dingen vom konvenzionellen Land- und Gartenbau. Besonder sticht wohl die Anlage von Mischkulturen hervor. Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Hier werden ausschließlich Mischkulturen gepflanzt. Welche Vorteile das hat und wie diese zustande kommen, das zeigt dieser Artikel.

Um die Lesbarkeit des Artikels zu erhöhen, reden wir folgend vom “Gartenbau”, statt getrennt von “Landwirtschaft und Gartenbau”, da sicherlich die meisten Leser eher einen Garten bewirtschaften und keine großen Ländereien. Auch muss man bedenken, das viele Tätigkeiten und Aspekte, welche im Gartenbau anwendbar sind, im großen Maßstab des Landbau eher schwierig bis unmöglich umzusetzen sind. Wo dies gelingen kann, sollte es jedoch getan werden.

Pflanzen – eine sinnvolle Nutz- und Lebensgemeinschaft

Biologischer Land- und Gartenbau kennt keine Monokulturen. Das heißt, hier stehen keine einzelnen Pflanzen auf größeren Bereichen allein, sondern, zumindest immer gepaart mit anderen Pflanzenarten, welche sich dann förderlich unterstützen können. Diese Unterstützung kann auf verschiedene Arten geschehen.

Es ist zum Beispiel denkbar und üblich, das die Ausscheidungen der Wurzeln sich ergänzen. Das bedeutet: jene Stoffe, welche Pflanze A über Ihre Wurzeln abgibt, kann Pflanze B wieder sinnvoll nutzen. Dieses gegenseitige Nutzen findet jedoch nicht nur über das Wurzelwerk und das Bodenreich statt. Auch können die Ausgasungen, welche das Blattwerk von Pflanze A abgibt, Pflanze B vor Schädlingsbefall schützen.

Eine weitere Symbiose ensteht, wenn Pflanze A jene Nützlinge anzieht, welche die Schädlinge von Pflanze B beseitiggen. Man erkennt also: die Beziehungen der Pflanzen untereinander können sehr vielfältig sein. Wer diese Effekte in Gartenbau und Landwirtschaft anzuwenden weiß, wird stets gesündere Pflanzen haben, einen höheren Ertrag und sich zugleich viel Arbeit sparen können.

Weiterer Vorteil sind erhöhte Fruchtfolgen

Der biologische Gartenbau zeichnet sich durch besonders hohe Fruchtfolgen aus – konkret bis zur sieben- oder achtfachen. Durch die gemischte Bepflanzung ist es nicht üblich, das durch einseitige Ausscheidungen oder Aufnahmen des Wurzelwerks der Boden gekränkt oder geschwächt wird – sofern eine sinnvolle Mischbepflanzung vollzogen wird. Als Beispiel: sofern auf einer Fläche nur Mais oder Weizen angebaut wird, müssen die Ausscheidungen des Weizen oder Mais in ungeheuren Mengen vom Bodenleben (also von Bakterien, Enzymen, …) aufgearbeitet werden. Dies ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich. Als Resultat für diesen unausgewogenen Bodenhaushalt, sterben Bodenkulturen, was den Boden also erstens nicht nur einseitig ausgelaugt hat, sondern nun auch weiter verschlechtert. Dies betitelt man als “Bodenmüdigkeit”.

Dieses Phänomen betrifft jedoch nicht nur Mais oder Weizen. Fast jede Pflanze ist davon betroffen. Erfahrene Gärtner wissen: Hat ein Obstbaum 20 oder 30 Jahre gestanden und wird gefällt, so kann an dieser Stelle nicht umgehend ein neuer Obstbaum gepflanzt werden. Ebenso ist dies bei Rosen leicht zu beobachten.

Diese einseitige Überschwemmung bzw. Ermangelung eines oder mehrerer Nährstoffe verhindert man durch die Mischkultur.

Beispiele für sinnvolle Mischkulturen

Nachfolgend werden wir regelmäßig neue Beiträge unter der Kategorie “Biologischer Gartenbau” veröffentlichen, um konkrete Pflanzen und deren Rolle in einer Mischkultur aufzuzeigen. Ein gelegentlicher Besuch unserer Website und/oder ein abonnieren des RSS-Feed lohnen also gewiss.

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