Vorteile und Nachteile einer Pflanzenkläranlage

Da ich gerade mehrere Artikel über Pflanzenkläranlagen schreibe und bemüht bin, die einzelnen Beiträge nicht ausufern zu lassen und die Übersichtlichkeit zu bewahren, hier nun ein Beitrag über die Vorteile und Nachteile einer Pflanzenkläranlage. Was sofort ins Auge fällt: die Vorteile sind immens und vielseitig – Nachteile eigentlich nicht vorhanden, sofern man entsprechend Platz zur Verfügung hat.

Vorteile einer Pflanzenkläranlage

Pflanzenkläranlagen sind im Vergleich zu herkömmlichen Kläranlagen relativ einfach zu errichten. Besitzt man alle benötigten Bestandteile, ist ein Eigenbau möglich. Ob dies von rechtlicher Seite problemlos möglich ist, sollte zuvor geprüft werden – darauf kann ich hier nicht eingehen, da meine Leser in vielen verschiedenen Ländern beheimatet sind. Das Bau an sich, ist jedoch leicht und problemlos zu tätigen, sofern man nicht zwei linke Hände hat.

Pflanzenkläranlagen lassen sich – den benötigten Platz vorrausgestzt – sehr kostengünstig realisieren und auch betreiben. Elektrischer Strom für eine Fäkalientauchpumpe wird nur dann benötigt, sofern kein natürliches Gefälle genutzt werden kann.

Pflanzenkläranlagen bringen auch bei unregelmäßigem Abwasseranfall, wie bei Wochenendhäusern oder Gastronomiebetrieben üblich, eine konstant gute Reinigungsleistung.

Pflanzenkläranlagen haben keinen hohen Wartungsbedarf. Pumpen und Rohrventile – sofern welche verbaut sein sollten – sollten monatlich überprüft werden. Ein Absetzbecken kann leicht so dimensioniert werden, das ein jährliches Entleeren genügt. Ebenso sollte das Wasserverteilungssystem regelmäßig geprüft werden. Hat sich die Konstruktion als praxistauglich erwiesen, kann auch dies jährlich geschehen. Wer sein Schilfbeet nicht eh regelmäßig beschneidet, um zum Beispiel Schilf als Brennmaterial zu gewinnen, der könnte es jährlich mähen. Im kalten bzw. verschneiten Mitteleuropa macht dies im Herbst auch Sinn, um die Sauerstoffzufur der Rhizomen und Wurzeln zu gewährleisten – auch wenn es nur teilweise geschieht. Der Wartungsbedarf ist in jedem Fall geringer, als bei konventionellen SBR- oder WSB-Anlagen

Das gereinigte Wasser kann fürverschiedene Zwecke wiederverwendet werden. Ob als Gießwasser für Garten- oder Landwirtschaft, als Wasser für eine Toilettenspülung. Wer seine Pflanzenkläranlage richtig konstruiert und das Wasser eventuell auch wieder belebt, kann es für jeden Zweck wieder gebrauchen – die Qualität des gereinigten Wassers sollte jedoch zuvor getestet werden. In diesem Falle ist Kontrolle wirklich besser als Vertrauen.

Als letzten Punkt, können Pflanzenkläranlagen das Erscheinugsbild und den Artenreichtum einer Umgebung verbessern, unseren ökologischen Fußabruck minimieren und Zufriedenheit geben, noch ein weiteres Stück autonom und ökologisch sinnvoll zu handeln.

Nachteile einer Pflanzenkläranlage

Der einzig bekannte Nachteil einer Pflanzenkläranlage besteht im relativ hohen Platzbedarf von etwas fünf Quadratmetern pro Einwohner – zumindest in den herkömmlichen Bauweisen.

Sollte man den Bau einer Fachfirma anvertrauen ohne Eigenleistung zu entrichten, sind Pflanzenkläranlagen in der Bauphase geringfügig teurer als herkömmlich Lösungen. Diese eventuellen Mehrkoststen amortisieren sich jedoch sehr schnell, durch die meist nicht vorhandenen Betriebskosten.

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