Welche Arten von Weiden sind zum bauen von Häusern geeignet?

Aus Weiden lassen sich viele Dinge bauen – Häuser, lebende Möbel, Zäune, Spielgeräte und vieles mehr. Weiden sind wirklich umwerfend! Jedoch sind nicht alle Weidenarten gleichmäßig geeignet. Besser gesagt: Die verschiedenen Weidenarten haben unterschiedliche Eigenschaften. In diesem Artikel erörtere ich die Eignung der verschiedenen Weidenarten.

Weltweit gibt es etwa 450 Weidenarten. In Österreich sind beispielsweise 32 Arten heimisch.

Eine Humboldtweide (Salix humboldtiana) | Bild unter CC BY 2.0 von Pato Novoa.

Eine Humboldtweide (Salix humboldtiana) | Bild unter CC BY 2.0 von Pato Novoa.

Als in Paraguay heimische Art konnte ich bereits die Humboldtweide (Salix humboldtiana) ausfindig machen. Es ist jedoch davon auszugehen, das sich in Paraguay durch Einwanderer viele verschiedene Arten, zumindest in Privatgärten, befinden. Ich selbst kenne mehrere Personen, welche die ein oder andere Sorte besitzen und oft auch zum Tausch bereit sind. Eine Nachfrage lohnt oftmals.

Jedoch nicht jede Weidenart ist für jeden Zweck geeignet. Die eine Sorte bringt eher dickere, robuste Ruten, eine andere Sorten wieder feine, biegsame Ruten. Daher kann eine grobe Kategorisierung wie “gut & schlecht” nur bedingt getroffen werden – jetzt einmal von generell brüchigen Weidenarten abgesehen.

Teilweise liest man unterschiedliche Angaben zur Eignung einer Weidenart. Diese auf den ersten Blick wiedersprüchlichen Angaben, lassen sich jedoch erklären. Darauf komme ich später zu sprechen.

Eine Salweide (Salix caprea) als Kopfweide geschnitten.

Eine Salweide (Salix caprea) als Kopfweide geschnitten.

Abgesehen von den Ruten, welche geerntet werden sollen, gibt es jedoch noch weitere Kriterien, wie zum Beispiel die Fähigkeit neu anzuwurzeln oder die (eventuell) ungewollte Eigenschaft, das sich Ruten verzweigen. Bei Eigenanbau der Ruten kann die Verzweigung der Ruten recht gut kontrolliert und unterbunden werden.

Pauschal könnte man aber sagen:

Gut geeignet sind die Purpurweide (Salix purpurea) und die Korbweide (Salix viminalis). Besonders hervorgehoben werden oftmals Silberweiden (Salix alba) und Salweide (Salix caprea). Ungeeignet sind die Ohrweide (Salix aurita), Grauweide (Salix cinerea) und die Bruchweide (Salix fragilis).

Als Faustformal: Je schmaler die Blätter sind, desto besser lässt sich die Weide verflechten. Weiden mit runden Blättern sind oft recht brüchig.

Wobei eine so grobe Aufteilung eigentlich nur ungenau sein kann. Vielmehr sollte der jeweilige Einsatzzweck bedacht werden und, sofern man die Wahl hat, die dazu passende Weidenart gewählt werden.

Die herbstlichen Blätter einer Silberweide (Salix alba).

Die herbstlichen Blätter einer Silberweide (Salix alba).

Die Purpurweide (Salix purpurea) wächst auf bis zu 10 Meter Größe. Silberweiden (Salix alba) können gar bis zu 30 Meter in den Himmel ragen. Auch wenn manchmal die Höhe einer normal gewachsenen Weide unbedeutend sein sollte, ist es vorteilhaft die Eigenschaften und das Potenzial der einzelnen Arten zu kennen.

Als weiteres Beispiel, die eher strauchig wachsende Mandelweide (Salix triandra), deren jüngeren Ruten sehr biegsam sind und für grobes Flechtwerk gut geeignet sind. Die Mandelweide erreicht eine Höhe von 1 bis 5 Metern. Die Zweige der Korbweide sind ebenfalls sehr elastisch, aber besonders für kleinere Bauten und für feinere Flechtarbeiten geeignet.

Erwähnenswert wäre nochmals die Korb- und die Silberweide. Mit ihnen wurden oft die früher so geschätzten Kopfweiden realisiert. “Kopfweide” meint also keine Pflanzengattung, sondern ein Schnittsystem. Dabei wurde der Jungbaum auf einer Höhe von ein bis drei Metern eingekürzt. Manchmal auch noch kürzer, wie im oberen Bild zu sehen ist. Die nun entstehenden Seitentriebe werden alle ein bis fünf Jahre am “Kopf” geschnitten.

Eine Silberweide im Winter, welche zur Kopfweide geschnitten wurde.

Eine Silberweide im Winter, welche zur Kopfweide geschnitten wurde.

Durch diese Schnitttechnik entsteht eine immer komplexer werdende Struktur, wodurch die Anzahl der spriessenden Ruten steigt, da sich nach jeder eingekürzten Rute, neue Verzweigungen bilden. Kopfweiden bieten daher viele dünne und lange Triebe. Diese werden gerne für Flechtarbeiten genutzt. Nach mehreren Jahren Schnitt, bildet sich die namensgebende Erscheinungsform, welche auf dem Bild links oben gut ersichtlich ist.

Häuser aus Weiden bauen

Wenn man davon redet, ein reales Haus aus Weiden zu bauen. Kein Spielgerät, sondern ein bewohnbares, eventuell mehrstöckiges Haus aus Weiden, dann benötigt man Weiden verschiedenster Länge, verschiedenster Dicken und mit unterschiedlichen Eigenschaften. Diese werden gegeben durch die jeweils verwendete Bautechnik und den jeweiligen Einsatzzweck der jeweiligen Rute. Um Wände zu schliessen, Zwischenböden einzuziehen, Fenster einzupassen usw. gibt es verschiedenste Techniken und unterschiedliche Anforderungen.

All diese Techniken hier nun zu erörtern, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Sicher werde ich darüber jedoch noch ein oder zwei Artikel schreiben. Wenn Du möchtest kannst Du in Kontakt und Verbindung mit mir und dem kopfboot bleiben. Nutze dazu den RSS-Feed des Blogs, besuche mich bei Facebook oder Steemit.

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